Lokalnachrichten - 12. März 2010
Hohe Luftqualität am Gothaer Platz ::: Erfurt verliert Rettungshubschrauber
Lokalnachrichten 12. März 2010
Lokalnachrichten 12. März 2010
Hohe Luftqualität am Gothaer Platz
Bei der Neugestaltung des Gothaer Platz in Erfurt wurden neu entwickelte Pflastersteine zur Verbesserung der Luftqualität verbaut. Der Gothaer Platz ist eine stark befahrene Straßenkreuzung in Erfurt. Bei einer Messung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie 2008 wurde ein sehr hoher Stickoxid- Wert in der Luft festgestellt. Stickoxide sind giftige Gase die mitverantwortlich sind für die Bildung von bodennahem Ozon. Dieses ist in hohen Konzentrationen stark gesundheitsschädlich. Den photokatalytischen Pflasterstein lieferte eine Betonelemente Firma aus Fulda. Er beschleunigt den Stickoxidabbau. Stickoxide bilden sich durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Also durch Industrie und Verkehr. Die Baumaßnahme am Gothaer Platz wurde vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung begleitet vom Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie. In diesem Jahr wurde erneut eine Messung der Stickoxid Werte durchgeführt. Der Baubeigeordnete Ingo Mlejnek erklärte, in drei Meter Höhe könne eine Verminderung der Stickstoffdioxide um 20% und der Stickstoffmonoxide um 38% nachgewiesen werden.
Durch den photokatalytischen Pflasterstein werden die giftigen Stickoxide mit der Energie des Sonnenlichts in Nitrate umgewandelt. Diese werden vom Regenwasser gelöst und in das Grundwasser abgeführt. Nitrate sind für Pflanzen wichtige Nährstoffe. Der natürliche Abbau von Stickoxiden würde ca. 7 Tage dauern. Mit dem Einbau der Pflastersteine wird der aktuell vorgeschriebene Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter stark unterschritten. In Erfurt haben sich die Innovationsfreude und das Verantwortungsbewusstsein den Bürgern gegenüber gelohnt. Die Pflastersteine können in Zukunft nun auch an vergleichbaren Stellen in Erfurt eingesetzt werden, so Ingo Mlejnek.
(Miriam Lohölter)
Erfurt verliert Rettungshubschrauber
Die Bundeswehr wird am Montag ihren Search and Rescue Rettungshubschrauber SAR 89 aus der Landeshauptstadt abziehen. Grund dafür sei der seit 1998 bestehende Plan der Bundeswehr, sich aus der zivilen Luftrettung zurückzuziehen. So könne sich das Militär besser auf die internationalen Verpflichtungen zur globalen Friedenssicherung konzentrieren. Zum Hintergrund: Seit fast 20 Jahren fliegt die Maschine vom Typ Bell UH-1D ungefähr 200 Einsätze im Jahr. Wobei insbesondere im letzten Jahrzehnt der SAR Hubschrauber nur als Reservemittel zu den vier zivilen Rettungshubschraubern in Thüringen diente. Die Krankenhäuser zeigten sich dennoch überrascht vom raschen Abzug. Andreas Hochberg, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Erfurt, sagte gegenüber der Erfurter Allgemeinen, dass dies keine große Lücke in den Rettungsdienst schlage, ein Verlust sei der Wegfall des SAR 89 dennoch. Es bleibt die Frage offen, ob es eine Rücker des SAR Geschwaders zu dem Standort Erfurt geben wird. Die Bundeswehr plane nämlich mit einem neuen Hubschraubermodell, welches beispielsweise für Klinikdächer zu schwer sei. Außerdem sei der Freistaat mit vier zivilen Rettungshubschraubern an für sich gut bestückt. So Oberstleutnant Thilo Engels, Zuständig für das Lufttransportkommando Münster, gegenüber der Erfurter Allgemeinen.
(Fabian Paschke)
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12.03.