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Lokalnachrichten - 10. März 2010

Trödeleien im Kultusministerium? ::: Marktplatz Erfurt

Trödeleien im Kultusministerium?

Im August 2009 wurde die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gegründet. Sie sollte die Gedenkstättenlandschaft in Thüringen unter einen Hut bringen und die Trägerschaft für den Stasi-Knast in der Andreasstraße übernehmen. Doch seit der Gründung ist augenscheinlich noch nichts passiert. Der Stiftungsrat wurde noch nicht konstituiert, also hat seine Arbeit offiziell noch nicht aufgenommen. Astrid Rothe-Beinlich von BÜNDNIS ´90/DIE GRÜNEN, die selbst bei der Besetzung der Stasi-Haftanstalt in der Andreasstraße dabei war, erklärt dazu:

„Das wir 20 Jahre nach der friedlichen Revolution und nachdem ja auch in Erfurt diese Stasi-Zentrale besetzt worden ist und wir hier vor allen Dingen auch den authentischen Ort haben, also mit den nach wie vor erhaltenen Zellen im zweiten Obergeschoss, also dieser Trakt ist ja quasi komplett noch im Originalzustand erhalten, denke ich jedenfalls, ist es höchste Zeit für die Schaffung einer Erinnerungs- und Gedenkstätte gleichermaßen.“

Doch soweit ist das Kultusministerium noch nicht. Im Moment stünden die Gespräche mit den Betroffenenvereinen im Vordergrund, erklärt Gregor Hermann stellvertretender Pressesprecher im Ministerium. Geplant sei aber, noch vor der Sommerpause des Parlaments Ende Juni den Stiftungsrat zu konstituieren. Das reicht vielen Außenstehenden jedoch nicht. Astrid Rothe-Beinlich kritisiert:

„Nicht desto trotz fehlt auch das politische Signal. Also da reicht mir auch nicht, das der Staatssekretär Deufel sich mit einigen getroffen hat und gesagt hat, da passiert jetzt was, aus meiner Sicht müsste da sehr viel mehr geschehen, da braucht es auch ein politisches Bekenntnis.“

Unterdessen streitet der Förderverein der Gedenkstätte Andreasstraße, Freiheit e.V., weiterhin für mehr Mitbestimmung. Zumindest hier scheint es Fortschritte zu geben. Der Vorstand des Vereins berichtet positiv von ihrem letzten Treffen mit dem Ministerium, Mitte Februar. Anschließend gab der Verein sogar seine Besetzung in der ehemaligen Stasi-Haftanstalt auf. Auf jeden Fall muss nun bald gehandelt werden, damit das Projekt Gedenkstätte Andreasstraße nicht weiterhin brach liegt.

„Offenkundig muss das zuständige Ministerium im Moment eher zum Handeln getragen werden, habe ich den Eindruck. Ich verstehe das nicht wirklich, ich hab kein Verständnis, dass da ein so wichtiges Anliegen ein Stückweit aus dem Blick gerät.“

Das Kultusministerium um Minister Christoph Matchie ist nun am Zuge. Wann es erste Ergebnisse vorzuweisen hat, wird sich zeigen.

(Dominic Eger)

Marktplatz Erfurt

Die Bürgerstiftung Erfurt organisiert auch für das Jahr 2010 den Marktplatz Erfurt. Es handelt sich dabei um ein Projekt, welches die Kooperation zwischen Wirtschaft und Gemeinnützigen fördern soll. Verantwortlich für die Koordination ist Britta Weigand von der Bürgerstiftung Erfurt. Sie erklärt, worum es sich bei dem Marktplatz genau handelt:

Das ist kurz gesagt eine Engagementbörse, so eine Art Speeddating –wenn man so will – zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Vereinen, die hier Lokal tätig sind.

Das Ziel ist es dabei, sich gegenseitig mit Dienstleistungen, Wissen und Sachwerten auszutauschen. Britta Weigand macht vor allem aber darauf aufmerksam, dass es sich nicht um Spenden oder Sponsoring handeln würde, sondern viel mehr um gegenseitige Hilfe. Die Vereine würden dabei folgendes suchen:

Zum Beispiel Durchführung von realitätsnahen Vorstellungsgesprächen, Schülerpatenschaften für ehrenamtliche Betreuung, für die Computerolympiade.

Unternehmen hingegen hätten Interesse an:

Impro-Theatergruppe, Kinderprogramm für Betriebsfeste, aber auch Kostümverleih ist dabei, Kräuterwanderungen, Seminare, Vorträge. Mal Räume zur Verfügung stellen für ein Betriebsfest, eine Bühne, Karaoke Abend.

Die Veranstaltung findet am 23 März statt. Interessierte Vereine und Unternehmen können sich im Internet auf der Seite buergerstiftung-erfurt.de anmelden.

(Fabian Paschke)



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